Heute stand ich extra früh auf, denn aus der Ferne rief schon Bristol über den Fluss: Besuche mich, besuche mich! Als Samstags-Ausflug hatten Kieran und ich einen Trip in die Stadt auf der anderen Seite des Flusses Severn geplant und taperten müde in den Bus, der uns bald wieder in der Innenstadt Bristols ausspuckte. Zunächst liefen wir eine Weile durch das schon sehr nette Stadtzentrum - wie London, nur kleiner. Und freundlicher -, um uns dann auf den Weg zu Calumet, einem Fotoladen ein paar Minuten außerhalb der Innenstadt, zu machen. Wir hatten nämlich den verwegenen Plan, Druckerpapier zu kaufen: Immerhin ist am Freitag der große Abgabetermin (*grusel*).
Auf dem Wege verliebten wir uns in die Stadt, denn Calumet liegt im etwas alternativeren Viertel, das viele nette Hippies, Hipster, Konzerte (die Paper Aeroplanes kommen im Mai!), Streetart, Pop-Up-Bäckereien und kleine Lädchen aufweisen kann. Wir fühlten uns sofort pudelwohl und kamen aus dem Strahlen und Fingerzeigen gar nicht wieder heraus, während wir mit Fotopapier unterm Arm und frisch gebackenen Pesto-Brötchen in der Hand die Straßen entlang schlenderten.
Zurück im Hafen, erweckten wir zunächst meine geliehene und geliebte Nikon F3 zum Leben. Sie stellte sich noch etwas stur und, kaum mit neuer Batterienkraft versehen, verblieb erst einmal im Selbstauslöser-Modus, um wenig später einen Film von mir zu fressen. Die Kamera hat definitiv Charakter, und liebe das 24-mm-Objektiv, dass ich dazu bekommen habe (das ist nämlich sehr lieb und versteht sich auch mit der D5000). Ich werde wohl noch eine kleine Weile brauchen, um mit der F3 in Harmonie selig zu werden, aber das wird schon [danke, Gerriet!].
Kieran und ich besuchten dann noch eine Veranstaltung des Ideas Festival Bristol, mit zwei Autorinnen/Journalistinnen, die schriftstellerisch die brutalen Konflikte in Sri Lanka und Gaza aufgearbeitet haben. Sie sprachen über die Verantwortung, die Journalisten haben, und über den Drang, die Wahrheit so gut wie möglich aufzuarbeiten. Es war sehr inspirierend und interessant.
Schließlich liefen wir durch Parks und teure Häuser zum Bahnhof, saßen alsbald auch schon im Zug und waren plötzlich schon wieder auf der walisischen Seite des Severn. So schnell kann's gehen. Die Sonne zeigte sich zum Abschluss auch noch einmal von ihrer besten Seite, und jetzt bin ich müde, aber zufrieden. Nach Bristol fahre ich gerne noch mal!
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