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Donnerstag, 8. Januar 2015

I am fabulous.

Heute hat Paul in einem sehr aufschlussreichen, sehr netten wir-sind-kurz-vor-der-Abgabe-und-die-Photo-Art-Studenten-belegen-alle-Drucker-und-was-mache-ich-hier-eigentlich-Seminar gesagt, meine diesjährige Arbeit wäre die beste, die ich bisher gemacht hätte.
Äh.


Da hat sich das ganze stundenlange Youtube-Schauen, Hobbit-Schauspieler stalken, Tee trinken, mit Weihnachtsgeschenken spielen, noch mehr Tee trinken, Mittelägyptisch lernen, Hobbit-Gifs runterladen, und noch mehr Tee trinken ja gelohnt.

(Was ich eigentlich so mache: Siehe...
...im Dunkeln mit Taschenlampen und Schauspielern rumdaddeln. Man soll mir nicht nachsagen, ich gäbe mir keine Mühe.)

Samstag, 27. September 2014

Aufholen, Part II

Vorgestern: Rumääääänien.
Heute: Wales. Hurra.

Ich bin zurück im Land der Berge, Schafe und des Lauchs, und hurra, es sieht immer noch so aus wie damals - vor drei Monaten, als ich nach Deutschland flog. Naja, ganz genauso nicht, in Newports Innenstadt wird nun an einem großen und völlig überflüssigen Shopping-Center gebaut, und mein Lieblingsbuchladen ist umgezogen. Außerdem wohne ich nun nicht mehr mit sechs weiteren Personen in einem Haus mit nicht-funktionierendem Whirlpool, sondern mit drei weiteren in einem pinken Haus mit nicht-ganz-funktionierendem Duschabfluss. Aber ansonsten ist alles beim alten, und ich bin ganz zufrieden.
Nach ein paar Tagen Zwischenstopp in einem anderen Zimmer, da mein Vermieter noch fleißig in meinem zukünftigen Raum am Basteln war, bin ich nun auch 'richtig eingezogen', habe all meine Dinge ausgepackt, geschockt festgestellt, wieviel ich eigentlich besitze (Himmel!), viel im neuen, großen Doppelbett (Himmel! aber im positiven Sinne) gepennt, hier und da einiges organisiert und mich wieder ein bisschen eingelebt. Bis auf Mira sind nun auch alle Mitbewohner angekommen. Wir sprechen Deutsch - hier können's nämlich alle -, trinken viel Tee, kochen und gucken gemeinsam fern. Gestern haben wir es sogar nach Cardiff geschafft, um ein bisschen zu shoppen - neue Perfume Genius-CD, oh yeah! - und ins Kino zu gehen. Ihr Lieben, wenn Pride in Deutschland anläuft, müsst ihr ihn euch angucken gehen. Denen, die Englisch verstehen, sei die Originalversion ans Herz gelegt - der walisische Akzent ist einfach köstlich. Es ist was für's Herz, und womöglich mein neuer Drittlieblingsfilm.
Übermorgen geht's los mit der Uni, gleich Vollstoff mit der Einführung zur Bachelor-Arbeit. Außerdem will eine Ausstellung für die Erstis organisiert werden, und ein paar Projekte geplant, ins Theater gegangen werden und noch viel mehr Tee getrunken. So ist das im Ausland. Es gibt immer etwas zu tun.

Donnerstag, 4. September 2014

Can A Song Save Your Life?

Can A Song Save Your Life ist der liebevoll bebilderte Soundtrack der iPod-Generation mit Birkenstocksandalen. In dieser Hinsicht macht er nichts falsch und tut auch nicht weh. Nach zwei Stunden guter Laune fragt sich nur noch, ob Keira Knightley schon immer so schiefe Zähne hatte und ob Adam Levines Bart wohl echt ist.

Sonntag, 10. August 2014

Und eins, zwo, drei, vier...

Das unumstrittene kulturelle Highlight dieses Sommers hört auf den Namen Step Up All In. Es ist der beachtliche fünfte Teil der allseits beliebten Hip-und-Hop-Film-Serie, und haut so richtig auf den Putz - jedenfalls choreographiemäßig (die Handlung ist eher zu verachlässigen). Ganz schön dekadent, diese armen LA-Miami-NY-Ghetto-Kids. Da wird an Kronleuchtern geschwungen, auf Jahrmarktfahrgeschäften gegroovt und an niedlich-freakigen Moderatorinnen herumgenuckelt. Schließlich geht es den Tänzern um einen Drei-Jahres-Vertrag in Vegas, und, fast hätten wir es vergessen, Freundschaft und Liebe und so. Besser getanzt als der erste Film, besser geschrieben als der Vierte, finden sich diesmal nur ein paar Logiklöcher, die so groß sind, dass drei B-boys ihre Salti darin schlagen können, und tatsächlich nur ein wirklich schlechter Schauspieler - der kann dafür tanzen. Wir haben in unseren Kinosesseln die krassen Moves bestaunt, im Takt mitgenickt, nur ein paar Kotzgeräusche bei den Küssen von uns gegeben, und herzlich gelacht.
(Das Roboter-Liebespaar allein ist das Geld wert, mehr sag ich nicht.)
Voll Phätt. (Ganz links kann nicht schauspielern.)

Samstag, 5. April 2014

Guter Tag

Heute war/ist ein guter Tag. Nicht nur, dass es der erste Tag meiner dreiwöchigen Osterferien ist, und das bedeutet, dass ich in nur einer Woche nach Scarborough fahre, um das National Student Drama Festival zu fotografieren, und in zwei Wochen nach Deutschland fliege. Es ist auch der erste offizielle Tag meiner dies-semestrigen Bemühungen, mein Essay zu schreiben, und netterweise ist pünktlich, pünktlich ein riesengroßes Paket angekommen, mit der DVD How To Survive A Plague. Letzteres (schau da, ein Trailer!) ist eine hervorragende Doku über die AIDS-Aktivisten von Act Up New York, und ich musste beim Gucken ganz viel weinen, und mich anschließend freuen, dass ich soviel davon für mein Essay verwenden kann und darf. Auch enthalten im riesengroßen Paket war mein neuer Rucksack, der mir von nun an ein treuer Reise-Kamerad sein wird, und reisen werde ich in den nächsten Wochen schließlich genug. Und zu guter letzt hat mein inzwischen kulturell ganz schön bewandertes Brüderchen mühelos Karten für's Shakespeare-Festival besorgt. Meine Sommerpläne stehen also auch fest - nun ja, zumindest für Ende Juni.
Und wie war euer Samstag so?

Samstag, 22. März 2014

Ich bin dann mal die langsame Welle reiten

Das Leben in Newport verläuft nun, nach Abreise meines hochgeschätzten Besuchs, eher gemütlich. Es dümpelt langsam vor sich hin. Eigentlich ist schrecklich viel zu tun - es wollen Pappsets gebaut, Fotobücher designt, Bücher gelesen, Essays geschrieben werden, und argh, bald ist auch schon wieder Ostern, also minus zwei Wochen Arbeitszeit, und dann sind ja auch schon die Deadlines und so - aber mein Körper hat sich mal wieder entschieden, in Schockstarre zu fallen und das Gegenteil vom Verlangten zu tun. Wenn am meisten zu tun ist, komme ich gar nicht erst aus dem Bett, das ist ein Naturgesetz. Also habe ich heute den Großteil des Tages im Bett verbracht.
Was ja nicht heißt, dass ich gar nichts mache. Okay, mal abgesehen von den anderthalb Stunden "Leoparden küsst man nicht" (Cary Grant! Katherine Hepburn! Leoparden!) war ich tatsächlich halbwegs produktiv. Zwar habe ich keinen Finger für's nächste Pappset gerührt, aber fleißig für's literature review gelesen...da ist der Termin Anfang Mai, also quasi übermorgen.

Cindy Patton, Laptop und improvisierter Nachttisch.
Gestern abend noch war ich auf der ausgezeichneten Ausstellung unseres Kursleiters Paul, der in Penarth eine Retrospektive zeigt und uns alle eingeladen hatte - es sind auch alle gekommen, außer Kieran, die Ffotogallery (kein Rechtschreibfehler, nur Walisisch) war gerappelt voll. Schön war's. Interessant war's. Und nun lese ich über die Entstehung und Entwicklung homosexueller Gemeinschaften in den ersten Jahren mit AIDS... wusstet ihr, dass AIDS eigentlich zuerst in den späten Siebzigern unter Drogenabhängigen in Form von Lungenentzündungen ausbrach? Das erkannte damals nur keiner. So ein Pech.

Mary-Louise Parker, D800 und improvisierte Studiobeleuchtung.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Draußen

Ratet, wer sich heute aus dem Haus getraut hat - gleich zweimal! Und draußen ist ja tatsächlich angenehme, frische Luft! Und Wolken! Und Sonne!
Ich hatte heute Uni. Und Paul hat mein Projekt, trotz Zeitproblemen und allem, durchgewunken (er schien nicht überaus begeistert, aber auch nicht überaus abgeneigt. Das ist ein Fortschritt.). Und dann hab ich mir mit ein paar Freunden Filth (dt. Drecksau) angesehen. Die Scissor Sisters waren leider nur im Trailer, dafür macht James McAvoy eine sehr gute Figur, und die zweite Hälfte des Films ist definitiv sehenswert. Dann war ich noch einkaufen. Tesco hat Bio-Milch!
Jetzt bin ich wieder zuhause, und morgen muss ich mich gleich wieder vor die Tür wagen - es geht auf nach Cardiff.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Fundstück

Für diejenigen unter euch, die King Arthur oder Fantastic Four oder auch das Video zu Westlifes Uptown Girl kennen: Euch ist vermutlich der Name Ioan Gruffudd ein Begriff, oder zumindest das Gesicht, das zum Namen gehört. Soeben musste ich feststellen, dass jener Herr nun für meine Uni wirbt. Er schreitet da also über die walisischen Hügel, hinter ihm explodiert Feuerwerk rückwärts, sein Halstuch flattert im Wind, und er spricht dramatische Worte...bis das letzte Streichholz für die University of South Wales flackert.
Ich weiß nicht, was ich tun soll: Mich schämen, für die Uni und den tiefen Fall des Ioan Gruffudd? Mich ärgern, dass meine Studiengebühren in solch ein leeres Gelaber fließen anstatt in anständige Dozenten und Material? Mich über den dargebotenen Trash freuen?


Fun Fact: Die Werbung wurde in Somerset gedreht, weil es in Wales zu sehr regnete.

Sonntag, 15. September 2013

Am Ende gewinnen die noch die Wahl!

Happy Sonntag! Denkt dran, in einer Woche heißt es: Wählen gehen!

Ich bin wahrlich kein großer Fan der SPD, doch fleißigen Lesern dieses Blogs dürfte auch aufgefallen sein, dass ich die CDU und die FDP noch viel weniger mag. Daher fand ich dieses SPD-Jugend-Wahlkampfvideo doch ganz lustig:

Samstag, 14. September 2013

Doofer Husten

Wenn man um vier Uhr und um fünf Uhr von Hustenanfällen geweckt wird und die Stimme sich am Morgen wie die der Münsteraner Staatsanwältin anhört, macht das Leben keinen Spaß mehr.

Erkältungen sind doof.

Montag, 24. Juni 2013

If ̶m̶̶u̶̶s̶̶i̶̶c̶ theatre be the food of love...

...play on!

Soeben musste ich mir den Vorwurf gefallen lassen, ich sei mit einem Übermaß an Männlichkeit überfordert. Diese mit einem Augenzwinkern vorgetragene Klage bezog sich auf die Tatsache, dass ich schon eine ganze Weile nichts mehr zu Larileins und meiner Online-Soap beitrug (nachzulesen hier und bearbeitet und erweitert auch hier), in der ein niedliches schwules Pärchen endlich zueinander finden soll. Ich antwortete genauso augenzwinkernd, dass ich von dem ganzen aufgestauten Testosteron gänzlich überwältigt sein, und machte mich dann an die Ursachenforschung fürs Nichtschreiben.
Ich musste gar nicht lange suchen. Zunächst war ich einfach faul, und dann, in den letzten Tagen, war es mir schlicht unmöglich zu schreiben. Mit meiner allerbesten Freundin hatte ich mich nämlich zum Shakespeare-Festival in Neuss aufgemacht, um, untergebracht bei meinen lieben Verwandten, uns ganz der Sprache des Barden hinzugeben. Gegeben wurde The Taming of the Shrew (Der Widerspenstigen Zähmung) und Twelfth Night (Was Ihr Wollt), jeweils von der Propeller Company aus London.




Und jetzt kann man natürlich diskutieren, ob mich ein Ausbund an Männlichkeit wirklich überfordert. Ich würde ja behaupten, nein, stimmt nicht, weil die Propeller Company ja eine all-male-company mit gleich 15 testosterongeladenen Schauspielern ist, die ich ganz famos fand und ich sie ja immerhin zweimal sehr genießen konnte. Vielleicht aber auch ja, stimmt, angesichts der doch recht unmännlichen Geräusche und Gefühlsregungen, mit der ich die fantastischen Inszenierungen quittiert habe...
Die Propellers, die wir vor ein paar Jahren schon mal mit The Merchant of Venice gesehen hatten, haben auf jeden Falle alle Arbeit geleistet und sich mit viel Talent, Live-Musik, einem gewissen Hang zum Slapstick und gleichzeitig einer Textliebe und behutsamen Eindringlichkeit nicht nur in unsere Herzen, sondern die des ganzen Neusser Publikums (acht oder mehr Extra-Applaus-Runden!) gespielt. Ganz fabelhaft war das!
The Taming of the Shrew war unglaublich intensiv, da die Propellers die Schraube der häuslichen Gewalt mit aller Kraft angezogen haben, und man im zweiten Teil geradezu Angst vor Petruchio und um Katherine hatte. Das ganze wurde aufgelockert durch ein paar nervöse Hausangestellte und ein paar Pobacken-Blitzer, die zu jedermanns Freude vor allem die ältere Dame rechts von uns in ungeahnte Hochstimmung versetzten. Twelfth Night, das etwas schwach und müde begann, dann aber in eine Glanzleistung nach der anderen mündete, wurde insbesondere von seinen Damen-Darstellern und einer virtuosen Stepeinlage getragen. Gleichzeitig bewies die Company, das zu jeder Komik auch Tragik gehört, und kreierte ein ungemeines Gänsehaut-Feeling, wenn sich die vom Alkohol vernebelten Sir Toby, Andrew und Maria am Haushofmeister Malvolio abreagierten. Da verhinderte nur das bei meiner besten Freundin und mir recht ausgeprägte Theater-Tourette -"Und da war diese eine Szene..." - "Aber was ich ja noch sagen muss..." - "Und das Lied war so toll!" - "Hihi, der Koch war so niedlich...!" - den vor Staunen offen stehenden Mund.
Wir haben beschlossen, nächstes Jahr gleich wieder hinzufahren - koste es, was es wolle, die Propellers spielen nächstes Jahr unser Lieblingsstück Sommernachtstraum - und suhlen uns bis dahin in der Freude, ein paar großartige Tage mit großartigem Theater und großartigen Menschen verbracht zu haben. Das ist nur zu empfehlen. Testosteron wirkt manchmal wirklich Wunder.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Alles für die Kunst

6 Stunden frieren in der IT-Suite...was tut man nicht alles für die Kunst! Aber so kann ich endlich "As Long As I Can Walk" in aller Pracht präsentieren, in HD und auf Vimeo: bitteschön.

Montag, 13. Mai 2013

As Long As I Can Walk

Es wird vermutlich nochmal neu hochgeladen werden (weil die Bild-Qualität noch nicht so ist, wie ich sie haben will, und ein paar kleine Details geändert werden sollen), aber für's erste findet ihr bei Youtube meinen Film "As Long As I Can Walk". Viel Spaß!

Eltern ärgern?!

Es gibt einen ganz einfachen Weg, meine Eltern zu erschrecken, und das geht wie folgt: Man stelle sich hin und sage, "Ich glaube, ich hab das falsche Studienfach gewählt!". Na, liebe Eltern? Wie tief sitzt der Schock?
Ich musste in den letzten Wochen ja nicht nur meine Fotos machen, bearbeiten und drucken, sondern auch einen kleinen Film drehen, schneiden und brennen. Es stellte sich heraus, dass mir die Arbeit am Filmchen irgendwie ein kleines bisschen besser gefiel. Oooh, ich will so etwas öfter machen. Filme! Filmen! Nicht, dass nicht auch die Fotografie in diesem Semester ganz toll und lustig und spannend war. Das Filmchen war eben nur noch toller und lustiger und spannender.
Auf der anderen Seite darf ich ja Filmchen in meinem Fotografie-Studiengang machen. Und ich glaube, solange ich das darf, bin ich doch im richtigen Studium.
Liebe Eltern, habt ihr euch wieder beruhigt?

Freitag, 19. April 2013

Neuseeland, zweiter Teil.

Vielleicht wird es Zeit, nach Neuseeland auszuwandern. Vielleicht auch nicht. Ich habe den heutigen Tag in einer Form Essay-ADHS verbracht (einen Satz schreiben...ablenken lassen...einen Satz schreiben, doof finden...ablenken lassen) und das Essay immerhin auf 1500 Worte gebracht, was gar nicht schlecht ist, bedenkt man, dass ich 1800 Worte schreiben wollte und mir noch gut 1/3 fehlt (uh-oh). Danach hab ich die Beine von mir gestreckt, die Finger ruhen lassen und "Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen" geguckt. Ein sehr niedlicher Film, sehr liebenswert animiert, und im Englischen absolut lohnenswert für die Sprecher - u.a. Hugh Grant, Imelda Staunton, Martin Freeman, David Tennant und Russell Tovey (der Doctor-Who-Fan bedankt sich artig!). Außerdem sind meine geliebten Flight of the Conchords auf dem Soundtrack vertreten, was immer ein gutes Zeichen ist.
Und zum Tagesende ist dann noch dieses Sahnehäubchen im Netz aufgetaucht! Ein weiser Mann spricht weise Worte, und ist sehr lustig dabei.

Sonntag, 3. März 2013

Pragmatisch gesehen...

"Pragmatismus...ist das alles, was du zu bieten hast?" Rosencrantz und Guildenstern sind tot ;(


(Die deutsche Synchronisation ist ja grauselig!)

Dienstag, 26. Februar 2013

*sabber*

Ich muss jetzt mal wirklich, wirklich gemein sein. Gemein gegenüber allen, die nicht auf dieser wunderschönen, GEMA-freien Insel leben, und die keinen Proxy haben für ihr Youtube. Ba-haaarr. Der glückliche Umstand meines walisischen Internets hat sich heute ausgezahlt:
Ich bin glücklich. Ich kann jetzt sterben, und ich würde nichts vermissen.

David Bowie, Tilda Swinton und Andrej Pejic haben zusammen ein Video gemacht.
Ein Traum wird wahr.

(Nicht, dass das Video jetzt unbedingt das Beste wäre, was ich je gesehen habe. Aber drei! meiner! Lieblingsmenschen! in einem Video, das reicht mir schon. Ich hoffe, dass es bald auch irgendeine Möglichkeit für die Daheimgebliebenen gibt, sich dieses Juwel anzusehen!)


(Vielleicht klappt für euch dieser Link von Vimeo?)

Samstag, 5. Januar 2013

Ich tu', was ich am liebsten tu'

Auf dem Bett liegen und schlaaaafen.
Nein, Scherz.
(Auf dem Bett liegen tue ich schon. Aber schlafen und gleichzeitig tippen - das hab ich mir noch nicht beigebracht.)

Inzwischen bin ich zurück auf der Insel und die Insel hat mich auch wohlwollend empfangen. Seit vorgestern wieder bei Sophie eingekehrt (und mein Raum ist inzwischen wirklich "mein Zimmer"... nicht nur bin ich als temporärer Mitbewohner anerkannt, ich hab auch in kürzester Zeit all meine Sachen hier verteilt. Wenn man mit 30 Kilo Gepäck unterwegs ist, ist das Zeug echt immer im Weg), habe ich meine Fühler in London ausgestreckt. Ach, Themsestadt, ich hab dich vermisst, du mich auch? Zum Mittag in Southwark war es schon fast Frühling, ganz warm und sonnig, mit fröhlichen Obstverkäufern am Wegesrand. Silverprint ist ein großartiger Fotoladen, da findet man mich in Zukunft sicher öfter! Und Somerset House: ein wunderbares Museum mit Themseblick, in dem ich mir die sehr schön gemachte Ausstellung "Cartier-Bresson: A Question of Colour" angesehen habe. Ein paar neue Fotografen habe ich entdeckt und bin dann selig der Fleet Street entlang zurück zu St Paul's... ach, diese Stadt! Und nicht ein einziges Bild habe ich selbst gemacht. Ich musste einfach mit meinen eigenen Augen sehen, wo meine Füße mich da entlang tragen. Natürlich blieben auch die Taschen nicht leer, ein bisschen Fotopapier und die Bücher "The Hobbit" und "The Silmarillion" mussten es dann doch sein.
...Ich bin nämlich im Tolkien-Fieber. Wer hat "Der Hobbit: Eine Unerwartete Reise" gesehen? Ich bin entzückt. Im Vorfeld war ich ja skeptisch (drei Filme aus so wenigen Seiten?), aber auch wenn der Film nicht ganz werkgetreu ist, so ist er doch fantastisch bebildert und erzählt so wunderbar von Freundschaft und Abenteuer, dass ich ihm alle kleinen Fehler verzeihe, anstandslos. Ganz großes Kino. Und nun werde ich das Buch noch mal lesen, und ganz viel "Misty Mountains" hören, und ... ach, wird das schön. Ich freue mich auf Teil Zwei.
Der nächster Teil meiner eigenen nicht ganz unerwarteten Reise fand dann gestern statt. Diesmal machte ich mich auf nach Crawley zu Steven, um dort dann endlich doch ein paar Bilder zu machen. Der Doctor rief, und wir lauschten artig - nein, wir nerdeten artig. Anderes tun Steven und ich nämlich nicht, wenn wir uns sehen. Wir spacken gemeinsam herum und ich hab dabei eine Kamera in der Hand. Und ab und zu bekomme ich ein tolles Foto, und er bekommt auch eins.


Und Himmel, hat der Junge viele Doctor Who-DVDs! Zum Glück gibt es vom Hobbit nur drei Teile. Würde ich in eine solche Sammelwut wie Steven geraten, hätte mein schönes neu erworbenes Portemonnaie bald ein ernstes Problem. Doch er hat mir die Weihnachtsfolge von Doctor Who gezeigt und die war wunderschön und die neue Begleiterin verspricht, ganz besonders zu werden, und ich kann fast nicht stillsitzen vor Aufregung.
Und trotzdem hatte heute die Müßigkeit ihren großen Auftritt. Sicher wollten ein paar Dinge erledigt werden, doch ich habe bewiesen: Man muss dafür das Bett nicht unbedingt verlassen. Ich bin nicht jeden Tag ein neugieriger Beutlin, der mit fliegenden Fahnen und ohne Taschentücher aus dem Haus rennt. Morgen, ja, morgen... da geht es dann aber wieder ins Abenteuer... nach East Grinstead, zu Jess! Woo-hoo!

Bis dahin tu' ich, was ich am liebsten tu': Auf dem Bett liegen und Doctor Who gucken, juhu.

Sonntag, 18. November 2012

Influenza Xtravaganza

Nun hat es mich mal wieder erwischt. Diese Woche war einfach nicht meine. Seit Freitag abend liege ich im Bett, abwechselnd frierend und schwitzend, hustend, schniefend, schlecht schlafend und mit dickem Kopf. Die blöde Grippe hat mir echt gerade noch gefehlt, aber irgendwie war es auch absehbar. Hier in der WG bin ich der dritte Fall, der unzähligste an der Uni, das schlechte Wetter und der Stress tragen ihren Teil bei.
Das Dumme ist, dass ich heute mit Steven verabredet war, einem waschechten Doctor Who-Fan aus Crawley, der der Star meines Portrait-Projektes sein soll. Die Tickets waren schon bezahlt, alle Reisepläne fest im Kopf. Tja nix... Jenna, die mich begleiten wollte, und ich kommen nicht aus unseren jeweiligen Betten. Völlig unmöglich. Das ganze Projekt ist über den Haufen geworfen, bis zum nächsten W.I.P. werde ich keine Bilder bekommen. Blöder Sch***.
Das Gute ist, dass ich viel im Bett liege und dementsprechend ganz viel Blödsinn im Internet treiben kann, a.k.a. youtube und Konsorten. Zu mehr bin ich nicht in der Lage, haha. (Ich sollte Fotos bearbeiten, und Pläne für die nächsten Wochen schmieden, und an meinem Essay arbeiten...nix da. Meine Konzentrationsspanne ist beeindruckend...erweise nicht vorhanden.) Ich hab schon einen Livestream geguckt, der ein Katzenkinderzimmer zeigt - die sind ja soo niedlich!

Und eine Kommilitonin hat mir eine hervorragende Dokumentation auf youtube.com geschickt. "Paris is Burning" behandelt die Ball-Kultur in New York in den endenden 1980ern. Die sogenannten "Bälle" waren große Veranstaltungen, bei denen sich die Schwulen, Lesben, Trans* und Transvestiten, vorwiegend afro-amerikanisch oder Latino, selbst gefeiert haben. Im Prinzip dienten die Bälle als Ablenkung von der Welt, die, wie die Regisseurin hervorragend herausarbeitet, vor allem von Existenzsorgen, AIDS, Sexarbeit und Ablehnung geprägt war. Die Träume dieser zumeist noch sehr jungen Menschen, die in ihren Häusern, die Xtravaganza oder Ninja heißen, eine Ersatzfamilie gefunden haben, werden gezeigt: Sie träumen vom Geschlechtswandel oder vom Erfolg als Model, aber auch von Sicherheit, Wohlstand und einem festen Partner, so wie wir es wohl alle kennen. Jennie Livingston ist ihren Hauptdarstellern sehr nahe gekommen (der Dreh hat sieben Jahre gedauert!) und hat so eine fühlbar ehrliche Einsicht in ihre Welt geschaffen. Ein empfehlenswerter Film.
Kleiner Fakt am Rande: Paris is Burning zeigt auch die Entstehung des "Vogueing", die Mischung aus Tanz und Posing, die die ältere Generation vermutlich noch von Madonna, die jüngere Generation aus Heidi Klums "Germany's Next Topmodel" kennt.
Anderer, nicht ganz unbedeutender Fakt: Dieser Film ist für mich ein wertvolles Zeitdokument, da die Bälle sonst kaum in dieser Art dokumentiert wurden, obwohl sie ein wichtiger Part der Identifikation für die Beteiligten waren - und die Szene war nicht klein! Leider sind die meisten der Darsteller seit langem tot, gestorben entweder durch AIDS-verbundene Todesursachen, oder durch Mord.
[Meine Lieblingsgeschichte ist, dass man nach dem Tod einer der Drag Queens eine mummifizierte Leiche in ihrem persönlichen Besitz gefunden hat. Aber das ist eine gaaaanz andere Geschichte!]

Für die, die sich dafür interessieren:
Paris is Burning (Jennie Livingston, 1990) (leider nur in Englisch)
Für die, die lieber Katzenbabys beim Schlafen/Toben zugucken:
Katzenbaby-Livestream

Ich geh jetzt die dritte Folge "Queer As Folk" am heutigen Tage gucken. Das ist inhaltlich recht trivial, überfordert mich aber zumindest nicht.