Mittwoch, 30. Oktober 2013

Good to be back

Auf dem Weg nach Cardiff lief auf meinem mp3-Player "Good to be gone" von den Sugababes (weil doch heute alberne-Popmusik-Tag war). Diesem Motto trotzend sage ich: Gut, zurück zu sein! Die Fotografie hat mich wieder! Ich hatte einen wunderbaren Tag im Sherman Cymru Theater, um dort die Generalprobe von Kontakt zu fotografieren, und nebenher einige Bilder für's eigene Projekt abzustauben. Das hat ganz gut funktioniert - ich muss nur noch abwarten, wie der Film aussieht, wenn er entwickelt ist.
Resultate gibt's, sobald vorhanden. (Uh, ich bin ganz aufgeregt!)

Im Übrigen hab ich von Blue dann doch nur die zwei (!) Tour-Busse gesehen, und die Schlange vorm Eingang. Ich hab mir grinsend die ganzen nicht mehr superjungen Mädchen in zu kurzen Röcken angeschaut, und bin dann zurück ins Theater. Ich glaub, ich hab nichts verpasst, und Kontakt war in jedem Falle um einiges spannender.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Endlich Meer

le monde et la mer hat es endlich so richtig ans Meer geschafft - ganz dem Blog-Namen entsprechend! Von Freitag auf Samstag war ich nämlich in Aberystwyth - ihr merkt es schon an den vielen y's: tief in Wales, weit weg von der Grenze, an der Irischen See.
Irische See (ein Ausschnitt)
Meiner allerliebste Theater-Compagnie Propeller spielte am Freitagabend ihren Pocket Merchant im Aberystwyth Arts Centre und so ließ ich mich von Mira, einer Kommilitonin, im Auto mitnehmen. Unser Roadtrip war schon recht unterhaltsam, denn je nördlicher man gelangt, desto ländlicher wird es - wie man sich Wales eben vorstellt: grün, wild, mit vielen Flüsschen und vielen Schäfchen, und zudem hatten wir bestes walisisches Wetter, also Regen und Sturm. Mit guter Musik und Salt-and-Vinegar-Chips ausgestattet, erschütterte uns das nicht weiter.

Irgendwo bei Rhayader
In Aberystwyth angekommen, guckten wir uns zunächst eine halbwegs interessante Ausstellung von Landschaftsfotografie aus Palästina an, bevor Mira mich bei meinem Gastgeber für die Nacht ablieferte: Tom, Waliser, Student, und leidenschaftlicher Veggie-Burger-Koch. Den hatte ich über die Internetplattform Couchsurfing kennengelernt, und ich muss sagen, meine erste eigene Erfahrung als Couchsurfer hat mir durchaus gefallen. Tom wohnt mitten in der Innenstadt von "Aber" - was nicht viel aussagt, denn man gelangt zu Fuß innerhalb von 30 Minuten von einem Ende von Aberystwyth zum anderen. Er kümmerte sich um mich, bekochte mich (wirklich ausgezeichnete Burger!) und brachte mich rechtzeitig zum Arts Centre auf dem Uni-Campus, um dann dort zu arbeiten, während ich im Theater saß.
Der Pocket Merchant ist eine einstündige, aufs Wesentliche reduzierte Version des Kaufmann von Venedig von Shakespeare, vor allem auf jüngeres Publikum zugeschnitten. Ich hatte die längere Fassung von Propeller vor einigen Jahren in Neuss gesehen, und es war interessant, es nun im neuen Gewand, mit weniger Schauspielern und minimalen Bühnenbild zu sehen. Persönlich bevorzuge ich wohl die lange Fassung, aber was den Abend für mich wirklich besonders gemacht hat, ist, dass zum Pocket Merchant ein Gespräch zwischen Publikum und Schauspielern gehört, in dem man alles fragen darf, was man will. Es entwickelte sich eine höchst spannende Diskussion über den Antisemitismus des Stückes, und den Wert des Theaters im Allgemeinen und des Stückes im Speziellen für die Jugend. Die Schauspieler waren total locker und gut drauf und gaben sich Mühe, jeder Frage gerecht zu werden. Das war toll, allein für das Gespräch lohnte sich die Fahrt und das Eintrittsgeld.
Mit Tom lief ich dann zurück in die Stadt, lernte, dass die Kleinstadt Aberystwyth ganze 50 Pubs aufweisen kann. Wir hatten unsere erste politische Diskussion des Abends - Tom studiert internationale Politik - und beschlossen, zu einer kleinen Stadtführung im Dunkeln aufzubrechen, begleitet von Patrick, einem seiner Mitbewohner. Wenn man von Toms Wohnung zweimal um die Ecke läuft, kann man bereits die Wellen am Strand brechen hören. Die Schlossruine ist im Dunkeln beleuchtet, und Abers Promenade hat im Dunkeln einen ganz eigenen Charme. Ein sehr netter erster Eindruck dieser kleinen Stadt am Meer. Zusammen landeten wir dann in einem der vielen Pubs und verquatschten uns ordentlich. Die Diskussionen führten wir sogar "zuhause" noch weiter. Es wurde eine kurze Nacht auf Toms Sofa, denn um acht Uhr morgens mussten wir schon wieder aus den Federn - er musste zu einem Seminar, ich zum Zug.
Das nördliche Ende von Aber, Constitution Hill und die See
Netterweise war sein Seminar am Strand - weswegen ich das Meer auch noch mal bei Tag zu sehen bekam. Gerade als ich das erste künstlerisch wertvolle Foto auf Film bannen wollte, hauchten die Batterien meiner F3 ihren letzten Atem aus, daher müsst ihr mit Handyfotos vorlieb nehmen. Aber so habe ich immerhin einen Grund, nach Aber zurückzufahren. 
Zurück ging es dann mit dem Zug, entlang Orten mit wilden Namen wie Machynlleth oder Shrewsbury und malerischen Landschaften. Nach knapp fünf Stunden war ich wieder in Newport, um ein Abenteuer und neue Bekanntschaften reicher, schrecklich müde und ziemlich glücklich. Oh, ich mag das Meer, und das Theater, und Wales.
Zwischen Borth und Machynlleth

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Ganz nah dran (und doch daneben?)

Heute war ich in Cardiff, und oh, es war so schön. Die Sonne schien, und es war warm, und ich war im Theater...
Ich habe ja noch gar nicht richtig berichtet, was ich so plane. Meine Projekt-Gruppe hat sich mit Hängen und Würgen auf das Thema "Night/Nacht" geeinigt. Weil ich keine Lust habe, zu unmenschlichen Uhrzeiten aufm Feld zu stehen, habe ich das Thema etwas wörtlicher genommen und in Bezug zu "opening night" (Premiere) gesetzt - also werde ich ins Sherman Theater zurückkehren, und dort auf Schwarz-Weiß-Film etwas daherschießen. Ich sage das sehr salopp, weil ich eine genaue Vorstellung habe, wie es aussehen soll - aber immer, wenn ich versuche, es zu beschreiben, versteht es keiner.
Also traf ich heute Phil, denn das inzwischen angeleierte Projekt drohte - wie schon verschiedentlich auf diesem Blog angedeutet - in arge Zeitnot zu geraten. Phil war ganz Feuer und Flamme (und in Plauderlaune) und stellte mich gleich mehreren Menschen vor, die mir jetzt alle helfen werden. Und nächsten Mittwoch geht es los, mit der Generalprobe und der Premiere von Kontakt, Phil Herzensproduktion ("You MUST come!!!")! Für letzteres bin ich einfach mal so engagiert worden, das gehört nicht mal richtig zum Projekt. Hurrah. Ich bin quasi der Haus-Fotograf, von nun an, darf hinter die Kulissen ("Du kennst dich ja aus...") und zu verschiedenen Premieren. Mal sehen, was die sagen, wenn ich da mein Stativ anschleppe. Oh, ich freue mich!
Das wird ganz viel Theater in den nächsten Wochen...mindestens vier Stücke, inklusive des Kaufmann von Venedig in Aberystwyth, und Proben, Proben, Proben... das fühlt sich ein bisschen wie nach Hause kommen an.

Was ich aber noch dazu erzählen muss: Es ist ja gemeinheitlich bekannt, wie gut ich darin bin, Bands und Künstler, die ich doch ganz gern mal sehen würde, haarscharf zu verpassen. Und dass ich im Sommer einen kleinen Rückfall ins Blue-Fan-sein hatte. Nun, ich möchte meinen, dass ich mich heute selbst übertroffen habe. "Blue zu sehen, ist jetzt nicht unbedingt ein Lebenstraum, aber man könnte es ja mal machen, wo sie schon in Cardiff sind..." Denkste. Die Herren treten nächsten Mittwoch auf, also genau dann, wenn ich bei Kontakt bin. Und das dicke Ende der Geschichte ist: Sie treten in der University Hall auf, die ungefähr direkt neben dem Sherman Theatre liegt. Vielleicht treffe ich sie ja, wenn wir jeweils müde aus der jeweiligen Hintertür wanken.



Noch ein paar Grüße aus dem sonnigen Cardiff...wer den Ort kennt, wo die Fotos entstanden sind, bekommt einen Keks.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Draußen

Ratet, wer sich heute aus dem Haus getraut hat - gleich zweimal! Und draußen ist ja tatsächlich angenehme, frische Luft! Und Wolken! Und Sonne!
Ich hatte heute Uni. Und Paul hat mein Projekt, trotz Zeitproblemen und allem, durchgewunken (er schien nicht überaus begeistert, aber auch nicht überaus abgeneigt. Das ist ein Fortschritt.). Und dann hab ich mir mit ein paar Freunden Filth (dt. Drecksau) angesehen. Die Scissor Sisters waren leider nur im Trailer, dafür macht James McAvoy eine sehr gute Figur, und die zweite Hälfte des Films ist definitiv sehenswert. Dann war ich noch einkaufen. Tesco hat Bio-Milch!
Jetzt bin ich wieder zuhause, und morgen muss ich mich gleich wieder vor die Tür wagen - es geht auf nach Cardiff.

Montag, 21. Oktober 2013

Ich bin nicht verloren

Ja, ich habe das Wochenende überlebt, und weil ich seit Freitag mehr Zeit auf meiner Matratze/unter meiner Bettdecke verbracht habe als üblich, kommt es mir vor, als hätte ich vor Urzeiten das letzte Mal geschrieben. Twitter ist an allem schuld, und Facebook, und das Internet-Fernsehen. Mich an den Bildschirm zu kleben ist wirklich, wirklich einfach.
Ich wollte gerade mit einem wunderbaren rhetorischen "Was also habe ich das Wochenende lang getrieben?" einen neuen Absatz einleiten, aber die wahre Antwort wäre "Nichts", lassen wir das also mal... Nun ja, "ein bisschen". Mit ein paar der Mitbewohnerinnen "Despicable Me" (beide Teile!) geguckt. Mich auf Twitter mit einem Haufen Trans-Feminist*innen über eine Person in den USA, die ein siebzehnjähriges Trans-Mädchen vor ihrer Schule und im Internet zwangsgeoutet und ziemlich übler Dinge beschuldigt hat, aufgeregt. Diese Person hat selbst übelst einen an der Waffel - nennt sich Feministin, erkennt Trans*-Frauen aber nicht als Frauen, sondern als Männer an, und nun ja, der Shitstorm auf Twitter war beträchtlich. Ich habe außerdem mein Foto-Projekt etwas voran getrieben, mit Larilein über ihren Nachlass verhandelt (ich bekomme ihre Bücher!), und viel geschlafen.
Arg faules Wochenende. Aber heute Nacht kommt Kieran aus Newcastle wieder, jippie, und Jenna ist dann mit ihrer Präsentation durch, jippie, und dann habe ich endlich wieder jemanden zum belästigen.

Außerdem sehr gute Nachrichten: Ich fahre am Wochenende nach Aberystwyth, eine Übernachtungsmöglichkeit hat sich aufgetan!

Freitag, 18. Oktober 2013

WochenENDE

Nun hab ich die lang ersehnte Email, und was sagt sie? "Keine Proben vor dem vierten November." Das ist in zwei Wochen!!! FUH. Was soll ich denn zwei Wochen lang fotografieren, wenn nicht die Theaterproben, um die es in meinem Projekt nun mal geht? Blargh. Das wird ein langes Wochenende des Neu-Planens, Umdenkens und Nichts-Tuns. Kieran fährt nach Hause und Jenna muss arbeiten, das heißt, ich hab nicht mal jemanden, der nichts mit mir tut.

Dieser Nonsens tröstet mich ein bisschen.