Ich hab noch 10 Minuten, dann ist meine Wäsche nass und sauber genug, damit ich wieder rüber in den Laundry Room kann, um sie in den Trockner zu stecken. (Hoffentlich - ich misstraue der Waschmaschine ein wenig. Warum kann die nicht ganz normale Grad-Celsius-Angaben machen? Statt "white", "colour", "bright colour"?) Eigentlich waren es 30 Minuten zum Blog-Schreiben, aber mir ist da was dazwischen gekommen... heiße Schokolade...Facebook...
Jetzt sind es noch 9. Draußen herrscht reinstes walisisches Ekelwetter. Mich hat's auf dem Weg vom W.I.P.-Seminar zurück in die Wohnung voll erwischt - es ist nur einmal quer über den Parkplatz. Ich war tropfnass. Aber ich lebe noch.
Und das ist keine Selbstverständlichkeit! W.I.P. steht für "Work in Progress" und bedeutet, dass man in Kleingruppen von 4 bis 5 Leuten mit einem der Lehrer zusammenhockt. Der Lehrer guckt sich an, was man die Woche über fotografiert hat, und alle sind eingeladen, ihren Senf dazuzugeben. Ich hab ja schonmal von der Freundlichkeit und Demokratie der Fotografen gesprochen, und tatsächlich waren wir heute auch alle recht freundlich zueinander. Aber im Grunde dienen die W.I.P.s dazu, dich und deine Arbeit möglichst konstruktiv, dennoch gründlich zu zerfleischen. Der Tipp der höheren Semester war: "Be prepared for the worst." Ich war aufs Schlimmste vorbereitet, besonders als ich erfuhr, dass Paul mein Seminarleiter ist - "If he thinks your work is shit, he will tell you that it's shit." Doch - ta-daaah! - ich lebe wie gesagt noch. Es war eine sehr gründliche, aber auch sehr aufbauende Kritikstunde, die mir vermutlich sehr geholfen hat. Meine Bilder von Nolan im Fleischladen fand er gar nicht soooo schlecht. Ausbaufähig. Ich werde meine nächste Woche also weiterhin beim Fleischer und beim Hundefrisör verbringen. Außerdem auf meiner Wunschliste: Theatermacher, Antikladenbesitzer, Pastor. Weitere Vorschläge?
Übrigens darf ich tatsächlich ab Ende Oktober den Proben zu "Peter Pan" im Sherman Cymru in Wales beiwohnen! Hurra! Fotos über Fotos!
Und meine Wäsche ist durch.
Sherman Cymru - Walisisch oder Englisch
Montag, 1. Oktober 2012
Freitag, 28. September 2012
Arrgh
Und wenn ein gewisser Rumäne nicht sofort aufhört, so verdammt überheblich zu sein, gibt es noch vor Dezember Tote...!
Le Pub et la viande
Ich hab einen anderen Nan-Goldin-Fan gefunden! Hurr! Ich musste glatt zweimal hinhören, denn es war sehr laut in le pub und ich dachte, ich hätte es beim ersten Mal nur hoffnungsvoll hinein interpretiert. Aber nein, Jacks Lieblingsfotografin ist tatsächlich Goldin. Jetzt fühle ich mich noch ein Stückchen mehr zuhause. Tatsächlich muss ich ihm Respekt zollen - nicht nur, dass überhaupt irgendeiner hier die Arbeiten kennt und mag - Jack ist auch noch "Photographic Art"-Student. Und mit den Art-Leuten hier ist das so eine Sache.
Gestern war ich das erste Mal bei "le pub". Le Pub ist, man kann es erahnen, ein Pub in Newport. Eine großartige, heruntergekommene Kneipe im Obergeschoss, die sich vor allem mit gelegentlichen Konzerten über Wasser hält - und mit dem gleichnamigen "le pub", einem wöchentlichen Treffen der Fotografie-Studenten in Newport, bei dem einige der Studenten ihre Arbeiten zeigen und diskutieren lassen. Es war sehr spannend, die Arbeiten der Leute aus dem zweiten und dritten Jahr zu sehen (wer weiß, ob ich da mal stehe? Und was ich dann zeige?), zumal die auch einige Arbeiten zu den Projekten, an denen ich grad knabbere, gezeigt haben. Überall wurde man zu irgendwelchen Ausstellungen eingeladen und jeder kannte auch irgendwie jeden, und wenn nicht, dann wurde man trotzdem freundschaftlich beim Vornamen genannt und angelächelt. Eine verschworene Gemeinschaft, wir Fotografen, könnte man meinen.
Nun ja. Es ist ja nun so, dass wir in Newport drei Foto-Spezies haben: die Dokumentar-Fotografen ("Doc Phot"), die Photographic-Art-Studenten ("Art Phot") und die Leute von Photography for Fashion and Advertising ("PFA"). Die Doc Phots halten sich für gewöhnlich für etwas Besseres (man ist ja wichtig! Und uns gibt es schon seit hundert Jahren! Und wir haben Martin Parr!) und hegen eine leidenschaftliche Rivalität zu den Art Phots. Die machen im Prinzip die gleiche Arbeit, und sind mitunter sogar dokumentarischer und realistischer zugange, aber genießen eine größere Narrenfreitheit. PFAs wiederum fühlen sich von beiden diskriminiert, da sie ständig dafür belächelt werden, schöne Bilder ohne jegliche Substanz zu produzieren.
Man konnte diese drei Gruppen recht gut unterscheiden, mal abgesehen von einigen Individuen wie Jack, der sich gut in unserer Doc-Phot-Gruppe tarnte; Catalin, meinen rumänischen Doc-Phot-Kollegen, der irgendwie alles scheiße fand außer den Film des einzigen mutigen PFAs in der Runde; und den Documentary-Film-Studenten, von dem keiner wusste, wo der eigentlich herkam. Innerhalb von le pub waren wir alle sehr freundlich zueinander. Der PFA bekam nette Tipps vom Doc-Phot-Profi und der Art-Phot-Mensch, dessen Arbeit zum Thema "Nebel" so gar keiner verstand, wurde von allen Seiten beklatscht. Aber kaum wieder in der Newportschen Nacht, wurde fleißig losgelästert. Haha. Wir Fotografen. Demokratisch und liebenswert.
Das ist es also, mein Umfeld. Ich fühle mich vollkommen richtig hier. Immerhin habe ich auch den halben gestrigen Tag allein mit meiner Kamera verbracht. Es galt, endlich die Arbeit fortzusetzen, nachdem ich den Mittwoch mit "Recherche" (a.k.a. fröhliches Caerleon-Erkunden und Alibi-Notizen-Machen) verbracht hatte. Ich bin durch Newport geschlichen und habe alles Mögliche abgelichtet - einen Frisör, der seine Wand mit ausländischen Banknoten tapeziert hat; ein betrunkenes Pärchen, das mir versicherte, ich hätte wunderschöne Zähne... und und und. Die meiste Zeit ist, dank der Aufgabe, Menschen bei der Arbeit zu fotografieren, in einem Fleischerladen drauf gegangen! Und das mir! Aber John und Nolan waren in ihrer mechanischen Art, Buletten zu kloppen, einfach zu faszinierend. "People at work? Then you're wrong here! Haha!"
Und dann hab ich Catalin getroffen und wir haben den Rest des Nachmittages im Park Eichhörnchen fotografiert. Die wahren Freuden des Fotografenlebens, nicht wahr?! Sollen die PFAs und Phot-Arts doch gucken.
(Catalin hat es sich dann noch mit mir verscherzt. Er hat die Schwulen-Ehe mit Anarchie verglichen. GRROAARR. Aber ich hab ja jetzt Jack, meinen neuen besten Freund.)
Von wem rede ich da eigentlich?
Nan Goldin
Martin Parr
Wo bin ich da eigentlich?
Gestern war ich das erste Mal bei "le pub". Le Pub ist, man kann es erahnen, ein Pub in Newport. Eine großartige, heruntergekommene Kneipe im Obergeschoss, die sich vor allem mit gelegentlichen Konzerten über Wasser hält - und mit dem gleichnamigen "le pub", einem wöchentlichen Treffen der Fotografie-Studenten in Newport, bei dem einige der Studenten ihre Arbeiten zeigen und diskutieren lassen. Es war sehr spannend, die Arbeiten der Leute aus dem zweiten und dritten Jahr zu sehen (wer weiß, ob ich da mal stehe? Und was ich dann zeige?), zumal die auch einige Arbeiten zu den Projekten, an denen ich grad knabbere, gezeigt haben. Überall wurde man zu irgendwelchen Ausstellungen eingeladen und jeder kannte auch irgendwie jeden, und wenn nicht, dann wurde man trotzdem freundschaftlich beim Vornamen genannt und angelächelt. Eine verschworene Gemeinschaft, wir Fotografen, könnte man meinen.
Nun ja. Es ist ja nun so, dass wir in Newport drei Foto-Spezies haben: die Dokumentar-Fotografen ("Doc Phot"), die Photographic-Art-Studenten ("Art Phot") und die Leute von Photography for Fashion and Advertising ("PFA"). Die Doc Phots halten sich für gewöhnlich für etwas Besseres (man ist ja wichtig! Und uns gibt es schon seit hundert Jahren! Und wir haben Martin Parr!) und hegen eine leidenschaftliche Rivalität zu den Art Phots. Die machen im Prinzip die gleiche Arbeit, und sind mitunter sogar dokumentarischer und realistischer zugange, aber genießen eine größere Narrenfreitheit. PFAs wiederum fühlen sich von beiden diskriminiert, da sie ständig dafür belächelt werden, schöne Bilder ohne jegliche Substanz zu produzieren.
Man konnte diese drei Gruppen recht gut unterscheiden, mal abgesehen von einigen Individuen wie Jack, der sich gut in unserer Doc-Phot-Gruppe tarnte; Catalin, meinen rumänischen Doc-Phot-Kollegen, der irgendwie alles scheiße fand außer den Film des einzigen mutigen PFAs in der Runde; und den Documentary-Film-Studenten, von dem keiner wusste, wo der eigentlich herkam. Innerhalb von le pub waren wir alle sehr freundlich zueinander. Der PFA bekam nette Tipps vom Doc-Phot-Profi und der Art-Phot-Mensch, dessen Arbeit zum Thema "Nebel" so gar keiner verstand, wurde von allen Seiten beklatscht. Aber kaum wieder in der Newportschen Nacht, wurde fleißig losgelästert. Haha. Wir Fotografen. Demokratisch und liebenswert.
Das ist es also, mein Umfeld. Ich fühle mich vollkommen richtig hier. Immerhin habe ich auch den halben gestrigen Tag allein mit meiner Kamera verbracht. Es galt, endlich die Arbeit fortzusetzen, nachdem ich den Mittwoch mit "Recherche" (a.k.a. fröhliches Caerleon-Erkunden und Alibi-Notizen-Machen) verbracht hatte. Ich bin durch Newport geschlichen und habe alles Mögliche abgelichtet - einen Frisör, der seine Wand mit ausländischen Banknoten tapeziert hat; ein betrunkenes Pärchen, das mir versicherte, ich hätte wunderschöne Zähne... und und und. Die meiste Zeit ist, dank der Aufgabe, Menschen bei der Arbeit zu fotografieren, in einem Fleischerladen drauf gegangen! Und das mir! Aber John und Nolan waren in ihrer mechanischen Art, Buletten zu kloppen, einfach zu faszinierend. "People at work? Then you're wrong here! Haha!"
Und dann hab ich Catalin getroffen und wir haben den Rest des Nachmittages im Park Eichhörnchen fotografiert. Die wahren Freuden des Fotografenlebens, nicht wahr?! Sollen die PFAs und Phot-Arts doch gucken.
(Catalin hat es sich dann noch mit mir verscherzt. Er hat die Schwulen-Ehe mit Anarchie verglichen. GRROAARR. Aber ich hab ja jetzt Jack, meinen neuen besten Freund.)
Von wem rede ich da eigentlich?
Nan Goldin
Martin Parr
Wo bin ich da eigentlich?
Newport, Commercial St
Catalin und Eichhorn, Belle Vue Park
Eichhorn und Newport (nicht mein Foto, ohne zu fragen von Catalin geklaut.)
Mittwoch, 26. September 2012
Das Rammstein-Dilemma
Das Rammstein-Dilemma scheint eine typische Situation zwischen Deutschen im Ausland und jeglichen Nicht-Deutschen zu sein. Als Deutscher kommt man schon recht gut an, hier in Großbritannien, denn "wir Deutschen" haben ja Biergläser in Form von riesigen Stiefeln, eine lustige Sprache und die Autobahn. Aber irgendwann kommt unvermeidlich der Satz: "Ich liebe deutsche Musik! Rammstein ist fantastisch!" Ich halte Rammstein nicht unbedingt für repräsentativ, aber ich muss nun auch zugeben, nur zwei Lieder von Rammstein wirklich zu kennen. Das ist weniger als der Durchschnitts-Brite kennt, und da liegt das Problem. Plötzlich wollen die mit einem über Songtexte diskutieren, die man gar nie im Leben gehört hat! Und gehen davon aus, dass man diese Lieder quasi schon mit der Muttermilch eingesogen hat.
Das Gespräch entwickelt sich dann etwa folgendermaßen: "You know, I love that song. 'Du Hasst' is really popular in England! Is it true that 'du hasst' can either mean 'you hate' or 'you love'? That is so cool!" - "Err, noooo....it actually is either 'you hate' or 'you have', depending on the spelling." "Still, it's awesome." Und dann fangen sie an zu singen, die Briten. Deutsch klingt erst richtig lustig, wenn Briten Rammstein imitieren.
Es ist mitten in der Nacht in Wales und ich komme gerade zurück von einem Mitternachtstee drüben im Block "B" (die Wohnblöcke hier haben zumeist alphabetisch geordnete walisische Namen, und an 'Blaenafon' traut sich keiner ran. 'Camelot', 'Hafren', 'Newport' und 'King Arthur' sind wohl die einzigen Namen, die je voll genannt werden). Beendet wurde das ganze durch einen Feueralarm, ausgelöst durch zwei bekiffte Waliser, die auf ihrem Zimmer geraucht haben. Die Feueralarme hier sind legendär und dienen zumeist der Stimmung. Was kann schon lustiger sein, als barfuß draußen im kalten Regen zu stehen? Ich habe meinen ersten, eigenen Alarm im Block "S" (Skenfrith) verpasst. Deswegen war das jetzt mein erster. Juhu!
Morgen geht es wieder auf zum Fotografieren - heute war der erste Job angesagt, ich war beim Frisör - beim Hundefrisör! Und hab mir schön die Birne angehauen, als ich, völlig auf die Kamera, den Hund und die Bürste fokussiert, ein Regal direkt über mir voll ignoriert habe. Mit Beule am Kopf geht's jetzt ins Bett. In der Hoffnung, dass nicht noch ein Feueralarm stört.
Das Gespräch entwickelt sich dann etwa folgendermaßen: "You know, I love that song. 'Du Hasst' is really popular in England! Is it true that 'du hasst' can either mean 'you hate' or 'you love'? That is so cool!" - "Err, noooo....it actually is either 'you hate' or 'you have', depending on the spelling." "Still, it's awesome." Und dann fangen sie an zu singen, die Briten. Deutsch klingt erst richtig lustig, wenn Briten Rammstein imitieren.
Es ist mitten in der Nacht in Wales und ich komme gerade zurück von einem Mitternachtstee drüben im Block "B" (die Wohnblöcke hier haben zumeist alphabetisch geordnete walisische Namen, und an 'Blaenafon' traut sich keiner ran. 'Camelot', 'Hafren', 'Newport' und 'King Arthur' sind wohl die einzigen Namen, die je voll genannt werden). Beendet wurde das ganze durch einen Feueralarm, ausgelöst durch zwei bekiffte Waliser, die auf ihrem Zimmer geraucht haben. Die Feueralarme hier sind legendär und dienen zumeist der Stimmung. Was kann schon lustiger sein, als barfuß draußen im kalten Regen zu stehen? Ich habe meinen ersten, eigenen Alarm im Block "S" (Skenfrith) verpasst. Deswegen war das jetzt mein erster. Juhu!
Morgen geht es wieder auf zum Fotografieren - heute war der erste Job angesagt, ich war beim Frisör - beim Hundefrisör! Und hab mir schön die Birne angehauen, als ich, völlig auf die Kamera, den Hund und die Bürste fokussiert, ein Regal direkt über mir voll ignoriert habe. Mit Beule am Kopf geht's jetzt ins Bett. In der Hoffnung, dass nicht noch ein Feueralarm stört.
Das ist "Rainbow". Er ist an allem schuld.
Montag, 24. September 2012
A Letter
"It's not bullets that catch these soldiers, and there's no bombs and no gunfire. These people are dying in a whisper." (Cookie Mueller, gest. 1989)
Diese zwei Sätze haben mich gestern fast noch zum Weinen gebracht. Cookie Muellers Text "A Last Letter" ist Teil des Nan-Goldin-Buchs "I'll Be Your Mirror" und beschreibt sehr eindrücklich die Veränderung der Welt unter der Last von AIDS, die Goldin so berührend in ihren Bildern einfängt. AIDS existiert in der Welt, in der ich aufgewachsen bin, ja quasi nur noch auf Kondom-Plakatwänden und als "das, was die in Afrika kriegen". Umso schockierter erlebe ich mich, wenn ich die Bilder sehe, die Texte lese, von jenen, die den "stummen Krieg" im Vollen durchlitten haben und immer noch durchleiden. Manchmal wundere ich mich selbst, warum ausgerechnet diese Thematik mich so einfängt - ist ja nicht so, dass 'meine Generation' nicht genügend andere Vorzeigeprobleme hätte. Aber ich glaube fest daran, dass wir AIDS und all das Leid niemals vergessen sollten.
"Our problem is that we are all alone in the cruelest of cruel societies with no one we love and trust absolutely. All we really need is bread, water, love, and work that we enjoy and are good at, and an undying faith in and love of ourselves, or freedom and our dignity." (Gordon Stevenson, gest. 1982)
Nicht die aufmunterndsten Gedanken, um in die neue Woche zu starten... aber ich werde jetzt kein niedliches Bild von kleinen Kätzchen hochladen, um euch wieder zum Lächeln zu bringen! Ich verbleibe mit dem festen Vorsatz, meine Ohren und Augen und mein Herz offen zu halten für Themen wie diese und andere... und vielleicht, ganz vielleicht (flüstert die Stimme in meinem Kopf) entstehen ja so auch die Grundlagen für die nächsten Dokumentarfotografie-Projekte...
Diese zwei Sätze haben mich gestern fast noch zum Weinen gebracht. Cookie Muellers Text "A Last Letter" ist Teil des Nan-Goldin-Buchs "I'll Be Your Mirror" und beschreibt sehr eindrücklich die Veränderung der Welt unter der Last von AIDS, die Goldin so berührend in ihren Bildern einfängt. AIDS existiert in der Welt, in der ich aufgewachsen bin, ja quasi nur noch auf Kondom-Plakatwänden und als "das, was die in Afrika kriegen". Umso schockierter erlebe ich mich, wenn ich die Bilder sehe, die Texte lese, von jenen, die den "stummen Krieg" im Vollen durchlitten haben und immer noch durchleiden. Manchmal wundere ich mich selbst, warum ausgerechnet diese Thematik mich so einfängt - ist ja nicht so, dass 'meine Generation' nicht genügend andere Vorzeigeprobleme hätte. Aber ich glaube fest daran, dass wir AIDS und all das Leid niemals vergessen sollten.
"Our problem is that we are all alone in the cruelest of cruel societies with no one we love and trust absolutely. All we really need is bread, water, love, and work that we enjoy and are good at, and an undying faith in and love of ourselves, or freedom and our dignity." (Gordon Stevenson, gest. 1982)
Nicht die aufmunterndsten Gedanken, um in die neue Woche zu starten... aber ich werde jetzt kein niedliches Bild von kleinen Kätzchen hochladen, um euch wieder zum Lächeln zu bringen! Ich verbleibe mit dem festen Vorsatz, meine Ohren und Augen und mein Herz offen zu halten für Themen wie diese und andere... und vielleicht, ganz vielleicht (flüstert die Stimme in meinem Kopf) entstehen ja so auch die Grundlagen für die nächsten Dokumentarfotografie-Projekte...
Sonntag, 23. September 2012
Taub
"Hello Lazarus" haben mir gerade den ultimativen Tinnitus verpasst. Gna! Es ist gerade mal halb elf, immerhin abends, und ich sitze schon zu Hause, dem Pfeifen in meinem Ohr lauschend. Dabei ist Live-Musik in der Main Hall! Aber "Hello Lazarus" waren einfach zu laut. Und dabei nicht mal gut. Eine Schande ist das.
Vor ihnen waren "Beijing Bandits" dran und die waren wirklich, wirklich unterhaltsam. Leider war die Main Hall alles andere als gut gefüllt - über die Partymentalität der Briten hab ich ja schon mal gelästert, aber diesmal haben sie's noch unterboten. Es wurde daher Zeit, dass die Ausländer mal zeigen, was Sache ist - also sind Jenna (aus dem großen, weiten, fernen Nordamerika) und ich wie die Berserker über die Tanzfläche gehüpft, haben die Band unterhalten, haben uns unterhalten, nach jedem Lied laut gejubelt, um schließlich schwer atmend und durchgeschwitzt an der Bar zu enden und beim übrigens auch sehr euphorischen und netten LGBT-Officer (so was haben die hier!) Wasser und Coke zu bestellen... hechelhechel, zurück auf die Tanzfläche, äääächz, hinsetzen, Briten die Zunge rausstrecken, Visitenkarte von "Beijing Bandits" einsacken. So geht das.
Ich hab euch sogar ein Foto gemacht! Aber das Handy-Computer-Kabel liegt in Deutschland. Foto wird nachgereicht. Die chinesischen Banditen findet man auch auf Facebook und Youtube. (Aber da seht ihr den tollen Hut und die tolle Glitzerjacke und den tollen Urwald-Didgeridoo-Spieler nicht. Pech.)
Ansonsten lag ich heute viel im Bett... das Wetter in Caerleon ist wie in Oldenburg zu den schlimmsten Zeiten, minus 5 Grad. Und gestern war Cocktail-Nacht (und ich weiß nicht, wie das passiert ist, aber ich habe keinen meiner Cocktails selbst bezahlt). Und ich hab Foto-Bücher aus der Bibliothek, und die waren hervorragend im Bett anzuschauen. Nan Goldin, love it! Ich hab auch Doctor Who geguckt, um mich von der wirklich enttäuschenden Folge gestern zu erholen.
Und irgendwo zwischen Bett und Beijing war auch noch der Pub-Quiz-Abend. Team "Ukulele" hat einen ausgezeichneten siebten Platz gemacht und alle Disney-Fragen richtig beantwortet (bis auf eine). Deutschland hat sich mit Wales verbrüdert, aus dem simplen Grunde, dass der Rest der Welt eben das "chr" nicht richtig aussprechen kann. Aber Walisisch kann ich immer noch nicht.
Vor ihnen waren "Beijing Bandits" dran und die waren wirklich, wirklich unterhaltsam. Leider war die Main Hall alles andere als gut gefüllt - über die Partymentalität der Briten hab ich ja schon mal gelästert, aber diesmal haben sie's noch unterboten. Es wurde daher Zeit, dass die Ausländer mal zeigen, was Sache ist - also sind Jenna (aus dem großen, weiten, fernen Nordamerika) und ich wie die Berserker über die Tanzfläche gehüpft, haben die Band unterhalten, haben uns unterhalten, nach jedem Lied laut gejubelt, um schließlich schwer atmend und durchgeschwitzt an der Bar zu enden und beim übrigens auch sehr euphorischen und netten LGBT-Officer (so was haben die hier!) Wasser und Coke zu bestellen... hechelhechel, zurück auf die Tanzfläche, äääächz, hinsetzen, Briten die Zunge rausstrecken, Visitenkarte von "Beijing Bandits" einsacken. So geht das.
Ich hab euch sogar ein Foto gemacht! Aber das Handy-Computer-Kabel liegt in Deutschland. Foto wird nachgereicht. Die chinesischen Banditen findet man auch auf Facebook und Youtube. (Aber da seht ihr den tollen Hut und die tolle Glitzerjacke und den tollen Urwald-Didgeridoo-Spieler nicht. Pech.)
Ansonsten lag ich heute viel im Bett... das Wetter in Caerleon ist wie in Oldenburg zu den schlimmsten Zeiten, minus 5 Grad. Und gestern war Cocktail-Nacht (und ich weiß nicht, wie das passiert ist, aber ich habe keinen meiner Cocktails selbst bezahlt). Und ich hab Foto-Bücher aus der Bibliothek, und die waren hervorragend im Bett anzuschauen. Nan Goldin, love it! Ich hab auch Doctor Who geguckt, um mich von der wirklich enttäuschenden Folge gestern zu erholen.
Und irgendwo zwischen Bett und Beijing war auch noch der Pub-Quiz-Abend. Team "Ukulele" hat einen ausgezeichneten siebten Platz gemacht und alle Disney-Fragen richtig beantwortet (bis auf eine). Deutschland hat sich mit Wales verbrüdert, aus dem simplen Grunde, dass der Rest der Welt eben das "chr" nicht richtig aussprechen kann. Aber Walisisch kann ich immer noch nicht.
Freitag, 21. September 2012
Kein Heimweh
Aber ich komm trotzdem wieder. Ein Kurzbesuch vom 8.11. bis 10.11. ist schon gebucht, nur die Koffer sind noch nicht gepackt.
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