Samstag, 5. April 2014

Guter Tag

Heute war/ist ein guter Tag. Nicht nur, dass es der erste Tag meiner dreiwöchigen Osterferien ist, und das bedeutet, dass ich in nur einer Woche nach Scarborough fahre, um das National Student Drama Festival zu fotografieren, und in zwei Wochen nach Deutschland fliege. Es ist auch der erste offizielle Tag meiner dies-semestrigen Bemühungen, mein Essay zu schreiben, und netterweise ist pünktlich, pünktlich ein riesengroßes Paket angekommen, mit der DVD How To Survive A Plague. Letzteres (schau da, ein Trailer!) ist eine hervorragende Doku über die AIDS-Aktivisten von Act Up New York, und ich musste beim Gucken ganz viel weinen, und mich anschließend freuen, dass ich soviel davon für mein Essay verwenden kann und darf. Auch enthalten im riesengroßen Paket war mein neuer Rucksack, der mir von nun an ein treuer Reise-Kamerad sein wird, und reisen werde ich in den nächsten Wochen schließlich genug. Und zu guter letzt hat mein inzwischen kulturell ganz schön bewandertes Brüderchen mühelos Karten für's Shakespeare-Festival besorgt. Meine Sommerpläne stehen also auch fest - nun ja, zumindest für Ende Juni.
Und wie war euer Samstag so?

Donnerstag, 3. April 2014

Immer locker bleiben

Soeben habe ich einen der köstlichsten - und uneitelsten - Kommentare seit langem zum Theater gehört. So geschehen im BBC Newcastle-Interview mit Dan Wheeler und Joseph Chance von Propeller, die mit gutem Recht nach ihren Erfahrungen damit, mit zwei Shakespeare-Stücken gleichzeitig zu touren, gefragt wurden ("Wir haben noch nie die falschen Zeilen im falschen Stück gesagt" - "...Noch nicht!").

Moderatorin: "Wie merkt ihr euch eigentlich den ganzen Text?"
(es wird zu einer langatmigen Erklärung angehoben, man sei ja trainiert und überhaupt)
Dan (offensichtlich belustigt, unterbricht): "Joseph, erinnerst du dich an gestern abend?"
Kurz Stille.
Joseph: "Ich beweise eben gern, dass wir live spielen!"

Wenn doch nur jeder Schauspieler so entspannt mit massiven Textpatzern umginge! Mir inklusive. Mich ärgert das immer maßlos.

Mittwoch, 2. April 2014

April, April

Willkommen im April! Mir wurde nicht ein einziger Aprilscherz gespielt, es sei denn, man zählt das Wetter mit. Das Wetter ist gut drauf. Es ist warm - bin ganz schön arg ins Schwitzen gekommen auf dem Rückweg vom Einkauf - und trotzdem regnet es die meiste Zeit, bis die Scheiben wackeln. Uncool, liebes April-Wetter.
Aber weil das Wetter einen ja nicht gerade einlädt, ist es auch zu verschmerzen, dass ich inzwischen ganz schön krass zum Stubenhocker geworden bin. Erst musste ich basteln, nun sitze ich an meinem Essay, das bitte, bitte auch in anderthalb Wochen fertig werden möchte. Immerhin habe ich nun endlich Bilder gefunden, die meinen Text begleiten können. Das sollte für ein Fotografie-Essay eigentlich andersherum sein, ich weiß, aber meine Idee war eben zuerst da. Kann ich ja auch nicht ahnen, dass vor 1985 quasi keiner fotografierte, und wenn, dass die Bilder dann nur irgendwo in privaten Fotoalben stecken.
Aber es wird, es wird alles. Ab Samstag sind Osterferien, ich habe also theoretisch mehr Zeit - wenn da nicht ein Theaterfestival und ein Heimatbesuch wären, aber pssst.

Samstag, 22. März 2014

Ich bin dann mal die langsame Welle reiten

Das Leben in Newport verläuft nun, nach Abreise meines hochgeschätzten Besuchs, eher gemütlich. Es dümpelt langsam vor sich hin. Eigentlich ist schrecklich viel zu tun - es wollen Pappsets gebaut, Fotobücher designt, Bücher gelesen, Essays geschrieben werden, und argh, bald ist auch schon wieder Ostern, also minus zwei Wochen Arbeitszeit, und dann sind ja auch schon die Deadlines und so - aber mein Körper hat sich mal wieder entschieden, in Schockstarre zu fallen und das Gegenteil vom Verlangten zu tun. Wenn am meisten zu tun ist, komme ich gar nicht erst aus dem Bett, das ist ein Naturgesetz. Also habe ich heute den Großteil des Tages im Bett verbracht.
Was ja nicht heißt, dass ich gar nichts mache. Okay, mal abgesehen von den anderthalb Stunden "Leoparden küsst man nicht" (Cary Grant! Katherine Hepburn! Leoparden!) war ich tatsächlich halbwegs produktiv. Zwar habe ich keinen Finger für's nächste Pappset gerührt, aber fleißig für's literature review gelesen...da ist der Termin Anfang Mai, also quasi übermorgen.

Cindy Patton, Laptop und improvisierter Nachttisch.
Gestern abend noch war ich auf der ausgezeichneten Ausstellung unseres Kursleiters Paul, der in Penarth eine Retrospektive zeigt und uns alle eingeladen hatte - es sind auch alle gekommen, außer Kieran, die Ffotogallery (kein Rechtschreibfehler, nur Walisisch) war gerappelt voll. Schön war's. Interessant war's. Und nun lese ich über die Entstehung und Entwicklung homosexueller Gemeinschaften in den ersten Jahren mit AIDS... wusstet ihr, dass AIDS eigentlich zuerst in den späten Siebzigern unter Drogenabhängigen in Form von Lungenentzündungen ausbrach? Das erkannte damals nur keiner. So ein Pech.

Mary-Louise Parker, D800 und improvisierte Studiobeleuchtung.

Freitag, 14. März 2014

Basteln II

Man hat ja echt nichts Besseres vor - außer Besuch haben vielleicht - als Basteln. In Wales werden die Tage schön, und trotzdem mühe ich mich in meinem Zimmer mit Kleber und Pappe rum. Irgendwie muss ja ein Fotoprojekt zustande kommen. Und wenn die Lochkamera nicht will (hmpf), dann muss eben Tom Hanks her.

Bildqualität: Handy. Keine Sorge, benutze ich nicht für's Projekt.

Montag, 3. März 2014

Basteln

Basteln fand ich, glaub ich, zuletzt als Kindergartenkind toll. Damals fand ich es auch noch lustig, Kleber an den Fingern (und unter den Fingernägeln) zu haben und stundenlang auf dem Fußboden über einer Bastelunterlage zu hocken. Heute nicht mehr, eigentlich.
Doch was mache ich? Ich bastle mir eine Kamera. Manchmal bin ich einfach unbelehrbar. Ich habe beschlossen, meinem Schicksal zu trotzen, mir ein noch widersinnigeres Projekt als das letzte zu suchen - ich habe ja noch eine Woche - und mir eine Lochkamera zu bauen. Das braucht sehr viel Kleber, sehr viel Fingerspitzengefühl, und viel Zeit. Ein Wahnsinn. Fuh. Immerhin sieht's allmählich (nach der Hälfte der Arbeitsschritte) nach etwas aus.
Vielen Dank übrigens an den großzügigen Spender, mein Brüderchen, der diesen Irrsinn mit seinem Geburtstagsgeschenk überhaupt erst möglich machte.